Archiv für Juni 2009

Jägermeister-Scirocco

Samstag, 13. Juni 2009

Jägermeister-Scirocco

Als Aufgabe für das MacGyver-Diplom erhielt Rolf die Aufgabe, einen Jägermeister-Scirocco zu bauen. Es gab einen Bausatz mit gefühlt 1 Mio. Einzelteilen. Er suchte vergeblich nach den Rädern, bis er merkte, dass die dreiteiligen Felgen auch hier tatsächlich dreiteilig sind! Aber der Reihe nach: Ja, die Aufgabe war unglaublich schwer. Man könnte meinen, dass es leicht sei, ein Modellauto fertigzustellen, aber er wollte es nahezu perfekt haben. Sagte ich „nahezu“? Sei’s drum. Den Anfang bildete eine Kiste mit Teilen. Also so ähnlich wie bei mir auch, nur eben etwas kleiner.

Jägermeister-Bausatz

Beim ausgiebigen (und hiermit meine ich wirklich ausgiebig) Betrachten der einzelnen Teile kam es ihm offenbar  so vor, als sei es nicht viel schwerer, als Basis einen Klumpen Zinn zu haben. Jedes einzelne winzige Teil hatte seinen Platz und es sollte schon ein staubfreier Untergrund vorhanden sein, um die Teile noch vom Staub unterscheiden zu können. Naja, jetzt übertreibe ich ein wenig. Auf jeden Fall kämpft ein MacGyver auf jeden Fall dafür, dass das Auto fertig wird. Und zwar richtig und gut. Und wenn dafür nur eine Handfeile übrig ist, dann ist es eben so. Soweit, so gut. Der Scirocco nennt sich Jägermeister-Scirocco, weil er die typische Farbe – nein, nicht des Gesöffs – von … gute Frage. Ach, was weiß ich, ein Jägermeisterauto ist eben jägermeisterorange. Es fragt ja auch keiner, warum Äpfel grün sind. Hmm, vermutlich wegen Photosynthese und so, aber jetzt scheife ich ab. Also, Farbe war das Thema. Ja, Rolf hat sich also überlegt, dass er das garnicht so recht selbst lackieren kann, weil er eben kein Lackierer ist (ha, ich schmeiß mich weg – dann kann er auch keine Eier kochen, weil er kein Huhn ist…). Er hat sich also dazu entschlossen, eine Lackierwerkstatt aufzusuchen, um dort die Karosserie lackieren zu lassen. Finde ich so ja eigetlich löblich, ich will ja auch nicht mit Malen nach Zahlen bepinselt werden.

Grundierung

Aber vor der eingentlichen Farbtaufe müssen noch unglaublich viele Dinge getan werden: Entgraten, anschleifen, pampern und grundieren. Holla, das ist ja wie in echt…

Lackierung

Södele, so sieht ein angefangener Tin Wizard Aufbau aus. Logisch: Das wird Rolf nicht anfassen, bevor es trocken ist. Und die Sprühpistole führt auch der Lackiermeister. Sicher ist sicher (siehe die Sache mit den Eiern weiter oben). Das Ganze kommt dann (enorm zeitgeraffert) auf den Unterbau, also das Gestell:

Gestell

Holla, sieht nach weniger Aufwand aus, als es war. Ist ja auch noch lange nicht fertig. Letztlich ist das nur ein gaaanz grober Ausschnitt aus dem ganzen großen Kino wie: „Ich brauch mal kleinere Hände“, „Geht der Klarlack hier noch?“ und allem was da sonst noch zugehört. Aprops Klarlack. Bei den vielen klienen Aufklebern bekommt man ein Gefühl für den Ausspruch „ein Hauch von nichts“. Versuch mal einen Salzkorn mit Wasser auf die Kühlerhaube zu kleben. So in etwas fühlt es sich an, diese kleinen Kleber aufzubringen. Und selbst wenn sie dran sind, hat man das Gefühl, dass sie gleich wieder reißaus nehmen. Also: Klarlacken. Und zwar pronto! Bevor die Dinger wieder nach Hause laufen. Die Räder waren dann letzlich kein Thema mehr, nachdem man dann gemerkt hat, dass diese löchrige Scheibe und die Distanzscheiben zusammen ein Rad ergeben. Der Scheibenwischer vorn mit einer gefühlten Dicke von 20 Nanometern erwies sich nach einiger Einübungszeit letztlich dann als Teil für Grobmotoriker. So what. Hier ist er, der MacGyver-Scirocco. Es war jedoch tatsächlich eine harte Prüfung! So hat es mir zumindest Rolf berichtet.

Euer Königsrocco